pilaSession 2 – „Atmen ist Leben“

Ein pilatesbasiertes Training zur Vermittlung der Atmung

Herzlich Willkommen zur 2. Woche und zweiten Trainingsstunde Deines pilaME Pilatestrainings! Nachdem Du letzte Woche die Neutralstellung Deiner Wirbelsäule kennengelernt hast, steht heute Deine Atmung im Fokus des Geschehens. Hast Du Dir schon einmal bewusst Gedanken zu Deiner Atmung gemacht? Sie passiert einfach – denkst Du – so ganz nebenbei. Es leuchtet ein, dass man täglich trinken oder essen muss, denn Flüssigkeitsmangel führt schon nach wenigen Tagen zu einem lebensbedrohlichen Zustand. Beim Atmen geht es jedoch nicht um Tage, sondern um wenige Minuten! Atmung nimmt damit eine sehr zentrale Rolle in unserem Leben ein. Ohne Atmung kann kein Leben stattfinden und ohne sie auch keine Bewegung.

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Permanent atmen wir frische Luft ein und verbrauchte Luft aus. Ein Erwachsener macht dabei im Schnitt 14 Atemzüge in der Minute in Ruhe – bis zu 18 Atemzüge liegen übrigens in der Norm. Falls Du jetzt versuchen willst Deine Atemzüge nachzuzählen, lass es bleiben. Denn in diesem Moment wird Deine Atmung tiefer und langsamer werden. Besser ist, Du bittest Freunde oder Familie Deine Atmung von außen zu zählen, ohne, dass Du davon weißt.

„Above all, learn how to breath correctly“ (Lerne vor allem, wie man richtig atmet)

– Joseph Pilates –

Die Atmung hat die wesentliche Aufgabe Deinen Körper und damit jede Zelle mit Sauerstoff zu versorgen und gleichzeitig im Körper entstandenes Kohlendioxid wieder abzutransportieren. Es kommt dabei zu Bewegungen in Deinen Rippen und Deiner Wirbelsäule. Dein Zwerchfell, als der wichtigste Einatemmuskel in Deinem Körper, kann Deine Haltung beeinflussen. Eine „schlechte Haltung“ beeinflusst  beispielsweise Deine Atmungsart und  -tiefe, weil Du einfach nicht so tief atmen kannst. Tiefe Atmung massiert auch Deine Organe und fördert damit die Durchblutung. Eine tiefe, physiologische (= normal) Atmung, bei der es zu Bewegungen in Deinem gesamten Brustkorb kommt, führt Dich zu Energie und Entspannung.

Worum geht’s heute? Die Kraft Deines Atems

Was passiert also bei der Atmung?
Wie ist ihre Verbindung zu unserer Bewegung? Welche Verbindung hat sie zu unserem Rücken und der Wirbelsäule?
Wir freuen uns, Dich auf diese spannende Reise mit dem Ziel „Gesund bleiben“ mitnehmen zu dürfen.
Unsere Prävention macht auch Dich für den Alltag stark. Lass uns daher noch einmal tief durchatmen und dann kann es auch schon losgehen.

Da die Pilatesmethode den Fokus auf die muskuläre Stabilisierung des Wirbelsäulen-Beckenbereichs legt, ist dabei grundsätzlich eine sanfte Anspannung der Beckenboden- und Bauchmuskulatur bedeutsam. Deshalb ist auch die seitliche Brustkorbatmung von Vorteil gegenüber einer sehr tiefen Bauchatmung bei der Übungsausführung.

Aber wie atmen wir nun richtig?

Im Alltag atmen wir physiologisch durch die Nase ein (= Inspiration) und wieder aus (= Expiration). Unter Belastung nutzen wir, aufgrund des erhöhten Sauerstoffbedarfs, oft den Weg der Atmung über den Mund, welcher eine erhöhte Luftzufuhr ermöglicht.

Das Einatmen über die Nase dient dabei der Erwärmung und dem Filtern der Luft. Nur so können wir die gefilterte, sauerstoffreiche Atemluft gut aufnehmen und über Kehlkopf, Luftröhre, an die Lungenflügel weitergeben und damit zu den Lungenbläschen transportieren, wo dann der Gasaustausch stattfindet und der Sauerstoff ins Blut und an den Körper abgegeben wird. Während wir atmen kommt es dabei zu Kontraktionen der Muskeln, die an der Atmung beteiligt sind. Hierzu zählen die Atemmuskeln, die zwischen unseren Rippen liegen und unser größter Einatemmuskel – das Zwerchfell, als auch Atemhilfsmuskeln. Das Zwerchfell ist  übrigens wirklich groß. Du kannst ihn Dir als eine Art Zeltplane vorstellen, die sich im unteren Bereich Deines Brustkorbes und der Rippen mit jeder Einatmung anspannt. Je nachdem wie tief Du atmest, entstehen dabei Bewegungen im Brustbein-, Rippen- und Bauchbereich. Diese Bewegungen wirken sich auch auf Deine Wirbelsäule aus. Aber auch umgekehrt, beeinflusst eine gesunde und bewegliche Wirbelsäule Deine Atmung.

Studien zeigen übrigens, dass regelmäßiges Trainieren nach der Pilatesmethode eine verbesserte Atemfunktionsfähigkeit bewirkt.

Die Wirkungen der pilaME – Atem-Übungen sind:

  • Wahrnehmung und bewusst machen der Atmung
  • Verbesserte Atmung
  • Vertiefte Atmung

Warm – Up

Vor Deiner pilaSession führe mit uns gemeinsam ein allgemeines Warm – Up durch! So kommt Dein Herz-Kreislauf-System in Schwung, Dein gesamter Körper ist wunderbar erwärmt und Du kannst optimal vorbereitet mit der Trainingseinheit auf der Matte weitermachen.

 

pilaSession 2 – Let´s go!

 


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Dein pilaME – Alltagstipp

Mache Dir Deine Atmung bewusst. Finde regelmäßig Momente in Deinem Alltag dafür. Du kannst dabei liegen, sitzen oder stehen. Je geübter Du wirst, versuche Dich ohne Handkontakt auf Deinen Atem zu konzentrieren und ihn zu beeinflussen.
  • Lege dabei zunächst Deine Hände auf Dein Brustbein und beobachte, ob es sich bewegt.
  • Lege nun die Hände auf die seitlichen, unteren Rippen und spüre auch hier Deine Atembewegungen.
  • Versuche ebenfalls Bewegungen im Rücken und im Bauch wahrzunehmen.
  • Nimm nur wahr! Werte nicht!
  • Nachdem Du Dir Deiner Atembewegungen bewusst geworden bist, versuche im 2. Durchgang die Bewegungen zu Deinen Händen zu verstärken.
  • Dabei atme nicht tiefer, sondern lerne den Atem zu lenken. Atme quasi „nur“ zu Deinen Händen am Brustbein, den Rippen, dem Bauch und Rücken entlang!
  • Wie fühlst Du Dich dabei?
  • Was macht es mit Deiner Anspannung?
  • Verändert sich Deine Atemtiefe dabei? 

 

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